Im Einklang mit dem Jahreskreis leben

Reifen wie der Baum,

der seine Säfte nicht drängt

und getrost in den Stürmen

des Frühlings steht

ohne die Angst,

dass dahinter kein Sommer

kommen könnte.

                           R.M.Rilke

 

Jeder Monat im Jahr hat eine andere Energie.
Wenn wir das Wissen unserer Vorfahren einbeziehen, können wir gelassener durchs Jahr gehen und bewusst die Kräfte der Natur für die Gestaltung unseres Lebens nutzen. Im Einklang mit dem Rhythmus der Jahreszeiten entsteht im Gespräch, in der Entspannung und in Ritualen Achtsamkeit für uns selbst.

 Jeweils am ersten Dienstag im Monat 19.00 Uhr
 im Familienzentrum Markkleeberg Hauptstraße 56

UKB: 10 Euro/ ermäßigt 8 €

 


Dezember - In tiefster Dunkelheit wird das Licht geboren

Dezember: Julmond, Christmanoth oder Schlachtmond
Dezember leitet sich von decem, dem zehnten Monat nach römischer Rechnung ab.
4.12. Barbaratag, Kirschzweige schneiden
6.12. Nikolaus
Regnet es an Nikolaus, wird der Winter kalt und graus.
13.12. Luzia, die Lichtbringerin
21.12./22.12. Wintersonnenwende, Jul
24.12. Heiligabend/ Mütternacht

31.12. Silvester/ Hekate-Tag (römisch)

 

 

Die Rauhnächte: Die Zeit zwischen den Jahren. Die zwölf heiligen Nächte stehen symbolisch für die zwölf Monate im Jahr. Sie beginnen am Heiligabend und enden am 6.1., in manchen Regionen beginnen sie bereits in der Julnacht am 21.12. und enden am Neujahrstag.)

Der Dezember - Zeit für Ruhe, Zeit für Stille …
Der letzte Monat im Jahr eignet sich sehr dazu, so wie die Natur zur Ruhe zu kommen.
Das Leben hat sich in den dunklen Bauch der Erde zurückgezogen, um dort auf die Erneuerung im Frühling zu warten. Ruhe wird jetzt energetisch stark unterstützt und gibt gerade in dieser Zeit neue Kraft. Das ist in unserer mit Reizen und Anforderungen überfrachteten Zeit sicher eine große Herausforderung.
Vor allem in den Tagen zwischen dem 21.12. und 25.12. stehen die Themen Rückzug, Besinnung, Stille und Nachdenken im Vordergrund.
Zeit der Ankunft des neuen Lichtes - Der Dezember lehrt uns, dass in der allergrößten Dunkelheit das Licht geboren wird.
Der Dezember war ursprünglich eine Zeit der festlichen Stille. Für uns heute steht er ganz im Zeichen von Weihnachten, der Feier zur Geburt von Jesus Christus und der Adventszeit (adventus- Ankunft).


Die Feier zur Wiedergeburt des Lichtes wurde jedoch schon von den germanischen Stämmen gefeiert, für die das Julfest („hiol“ oder „jol“ bedeutet Rad) eines der wichtigsten Feste im Jahr war. Mittwinter, am 21.12./22.12. ist ein Sonnenfest. Wir haben die längste Nacht und den kürzesten Tag des Jahres. Am 22.12. erfolgt Stillstand und Einheit, am 23.12. Dualität und am 24.12. vollzieht sich die endgültige Wende.
Nach der Christianisierung unter Kaiser Konstantin wurde 381 n.Ch. der 25.Dezember zum offiziellen Geburtstag Christi erklärt. Die Geburt eines göttlichen Kindes zum Weihnachtsfest folgt der heidnischen Tradition, die Wende zur hellen Zeit als Geburt eines Kindes, des Sonnenkindes durch seine göttliche Mutter zu feiern.
Das Bild des neugeborenen Kindes vermittelt uns, dass es die Nacht ist, die das Licht gebiert.

Im germanischen Brauchtum wurde die Modraniht, die Mütternacht zu Ehren der lebenserhaltenden Kräfte der Urmütter gefeiert.

Das Licht wird durch die Bewegung im Mutterschoß wieder geboren.
•    Nimm Dir Zeit, öffne Dich für die Dunkelheit, zieh Bilanz und segne das zurückliegende Jahr.
•    Gib zurück, was Du Dir geliehen hast und führe die Dinge des Jahres so gut es geht zu Ende.

 Fragen, die Dich durch den Dezember begleiten können:
•    Was habe ich in diesem Jahr vollendet?
•    Was möchte ich verabschieden, wovon will ich mich befreien?
•    Was möchte ich nicht mit in das neue Jahr hinübernehmen?
•    Wofür bin ich dankbar und bekräftige es mit meinem Segen?

 

Der Kranz des Jahres (Meditation nach Martina Kaiser)
Der Adventskranz ist ein wunderbares Symbol des Lebens. Immergrüne Zweige stehen für die Verbundenheit mit den großen Kreisläufen, in denen äußere Krisen oft zu innerem Wachstum führen und der Abschied vom Alten Voraussetzung für Erneuerung und Verwandlung ist. Die vier Kerzen stehen für die vier Adventssonntage, aber auch für die vier Elemente und die vier Himmelsrichtungen, die den großen Kreis des Lebens bestimmen. Du kannst den Kranz dafür nutzen, um dir einen Ort der Ruhe und der Nachdenklichkeit zu schaffen. Jeden Sonntag beim Entzünden der Kerze, reservierst Du etwas Zeit für dich. Lege dir einen Zettel und einen Stift zurecht:
Die erste Kerze steht für den Winter, die Erde und damit die materielle Welt. Wie steht es um deine eigene materielle Welt? Hast du genug von allem, was du brauchst? Wie verlief das vergangene Jahr in materieller Hinsicht? Wie geht es deinem Körper?
Schreibe alles auf, was dir dazu einfällt und was du dir für die Zukunft wünschst. Falte den Zettel zusammen und lege ihn unter den Adventskranz.


Die zweite Kerze steht für den Frühling, das Element Luft und den Verstand. Welche geistige Entwicklung hast du im vergangenen Jahr durchlebt, welche Rolle hat dein Verstand für dich in deinem Alltag? Was würdest du verändern wollen? Schreibe wieder auf, was dir dazu einfällt!


Die dritte Kerze ist Symbol für den Sommer, das Element Feuer und für deine Energie, deine Liebe und Begeisterung. Erlebst du dich als kraftvoll und stark? Was ist deine Leidenschaft und was brauchst du, um sie im kommenden Jahr zu leben? Schreibe alles auf!


Die vierte Kerze steht für den Herbst, das Element Wasser und für deine Gefühlswelt. Lässt du alle Gefühle zu, nimmst du sie ernst? Achtest du auf deine Gefühle oder regiert dich dein Verstand? Was kannst du tun, um im neuen Jahr stärker deinen Gefühlen zu trauen? Schreibe erneut auf!


Am Weihnachtsabend ist es Zeit, alle deine Ideen und Gedanken loszulassen und auf den Weg zu schicken. Verbrenne sie in einer feuerfesten Schale, nachdem du sie noch einmal gelesen hast mit einem Dankesspruch:
„Ich danke für das vergangene Jahr und wünsche mir von der Luft Klarheit im Denken, vom Feuer erbitte ich Kraft, vom Wasser die tiefen und wahren Gefühle und von der Erde eine sichere Existenz in dieser Wirklichkeit. Nun übergebe ich alle meine Wünsche dem Feuer zur Verwandlung und bitte um den Segen für das kommende Jahr.“
Dezembervollmond am 22.12.: Mond der langen Nächte; Er erinnert dich an Deine Bestimmung und Deinen Lebensplan. Was möchtest Du der Nachwelt hinterlassen? Warum bist Du hier?


November - Zeit der Stille, der Leere und des Besinnens auf unsere Wurzeln

Nebelmond, Nebelung oder Windmonat, Totenmonat
November leitet sich von novem, dem neunten Monat nach römischer Rechnung ab.
1.11. Allerheiligen
2.11. Allerseelen
11.11. Martinstag
16.11. Nacht der Hekate
Mittwoch vor dem 23.11. Buß- und Bettag
Letzter Sonntag vor dem 1. Advent: Totensonntag

 

 

 

Der November mit den Themen Tod und Sterben lädt uns ein zur Einkehr, zur Innenschau, zu Gedanken an Verstorbene.
Im November erreicht die Zeit des Loslassens ihren Höhepunkt.
Der Sommer ist vorbei, die Ernte längst eingebracht und das Leben im Außen verliert mehr und mehr an Bedeutung. Es ist eine sehr düstere Zeit. Die Tage werden immer kürzer, die vielfältigen Herbstfarben und das pralle Leben verblassen allmählich. Die Themen Sterben und Tod treten in den Vordergrund und sind, wie zu kaum einer anderen Jahreszeit, sichtbar, greifbar und spürbar. Es ist Zeit, uns in die warme Stube zurückzuziehen und nach innen zu schauen. Das vergangene Jahr wird rückblickend betrachtet - Altes darf losgelassen werden und zugleich darf der Same, der im kommenden Jahr aufgehen soll, und zur Wintersonnenwende geboren wird, gesät werden. Wir schöpfen unsere Kraft aus der Stille und aus der Besinnung an die eigenen Wurzeln, indem wir unseren Ahnen gedenken, mit ihnen sprechen, sie um Rat fragen und auch ihren Segen und Schutz fürs kommende Jahr erbitten. Der Schleier zu den Anderswelten ist jetzt so dünn, dass wir besonders leicht Kontakt zu Wesen aus der Anderswelt aufnehmen können. Wenn sich die Nebel heben, finden wir Menschen die Eingänge zu den Welten der Elfen und Feen. Früher war die Zeit nach Samhain diejenige, in der die Leute vorwiegend im Haus blieben. Es ist eine stille, tote und kalte Zeit. Die Natur stirbt langsam ab, Mutter Erde zieht sich zurück und begibt sich für einige Zeit zur Ruhe. Das Mysterium des ewigen Kreislaufes wird sichtbar.
Werden – Sein – Vergehen
Es ist die Alte Weise, die sich von ihrem unterirdischen Lager erhebt, sie ist der dunkle Mantel, der sich über die Erde breitet, wenn die Tage kürzer werden. Die beginnende dunkle Zeit konfrontiert uns alljährlich mit der Kraft und der Gewalt des Sterbens.
Wir müssen jedes Mal wieder lernen, Lebendiges gehen zu lassen und den Tod als Teil des Naturzyklus zu begreifen. Diese Zeit lehrt uns, unsere eigene Sterblichkeit nicht zu vergessen und uns dem Prozess des Alterns zu stellen, ohne ihn zu beschönigen.
Das zyklische Weltbild unsere Ahnen sieht also den Tod nicht als Schlusspunkt eines langen Lebens, sondern integriert das Sterben als Qualität in den kosmischen Zyklus, der sich unzählig in den Prozessen der Natur wiederspiegelt. Natürlich winkt am Ende dieser dunklen Zeit die Wiedergeburt von Licht und Leben, doch das gleichmäßige Drehen des Jahresrades zeigt auch, dass es hier nichts zu überspringen oder abzukürzen gibt. Jede Zeit will in ihrer eigenen Qualität gesehen, gelebt und gefeiert werden.
Themen, die damit verbunden sind
•    Das Leben als ewigen Kreislauf wahrnehmen – ohne Tod gibt es auch kein Leben
•    Rückzug allen Lebens auf der Erde - Rückzug von uns Menschen in unsere inneren Welten
•    Sich den innersten, tiefsten und dunkelsten Gefühlen stellen
•    Auseinandersetzung mit dem Tod und der Vergänglichkeit
•    Das alte Jahr beenden – den Samen fürs neue Jahr säen
•    Die eigene Herkunft wertschätzen
Fragen, die Du Dir im November  stellen kannst:
•    Was hat mich in diesem Jahr besonders beschäftigt bzw. belastet?
•    Was in meinem Leben ist mir wirklich wichtig?
•    Wie können meine Ahnen mich unterstützen?
•    Wofür möchte ich Ihnen danken?
•    Brauche ich noch Heilung und Aussöhnung in Bezug auf meine Ahnen?

 Die Ahnen ehren
Schaffe Dir einen schönen Ort, wo Du Deine Ahnen ehren kannst, zünde Kerzen für sie an, räuchere und verbinde Dich mit Ihnen:
„Ihr Ahnen, die ihr vor mir kamt und meinen Weg geebnet habt, ich erbitte Euren Segen für meinen Weg und den Weg der Nachfahren. Offenbart mir Eure Talente, Kräfte und Fähigkeiten, auf dass ich sie im Guten anwende und zum Segen für alle und alles entfalte.“
Novembervollmond am 23.11.: mystisch – Er bringt die Schatten nach oben, damit sie durch Vergebung Erlösung erfahren können. Er hilft uns, aus inneren Tiefen in die eigene Mitte und in eine neue Stabilität zu finden.
Schwarz-Erle (Alnus glutinosa), für die Kelten und Germanen zeigte sich im Erlengrund die Göttin des Todes. Die Nebel steigen aus den Gewässern, an denen die Erle bevorzugt steht, wie aus einem Kessel auf. Sie lassen das Alte sterben und öffnen Dich für die Zukunft.


Oktober: Zeit des Loslassens, Hergebens und des Abschiedes

Achter Monat nach dem altrömischen Kalender
Gilbhart – von vergilbtem Laub,
Weinmond oder Reifmond, wegen der ersten Nachtfröste,
Schlachtemond oder Sterbemond – weil es früher durch kaltes und feuchtes Wetter eine Häufung der Sterbefälle gab.
2.Oktober - Schutzengelfest
16. Oktober - Hl. Gallus, war früher ein Lostag von vielen Geboten und Verboten bestimmt, für die Bauern der Winterbeginn,
21. Oktober – Festtag der hl. Ursula
31. Oktober – Reformationstag,
Nacht vom 31.10. – 1.11.    Halloween, Samhain, Allerheiligen

Die energetische Qualität des Oktobers ist der allmähliche Abschied von der nach außen gerichteten Energie.
Der Oktober ist der Monat des fallenden Laubes und die ersten Vorboten des Winters sind nicht mehr zu übersehen. Die Kräfte des Wachstums ziehen sich zurück, von außen nach Ihnen durch den Stamm, in die Wurzeln und hinein in die Erde. Die strahlende Farbenpracht, mit der sich die Natur verabschiedet, zeigt uns, dass auch im Reifen, Loslassen und im Abschied eine große Schönheit verborgen ist
Und während sich die Natur verabschiedet, bietet sich ein Rückblick für uns an:
•    Wieviel konntest Du von dem umsetzen, was dir wichtig war?
•    Hast Du dich ernst genug genommen und genug geliebt, um nach deinen eigenen Regeln und Träumen zu leben?

Der goldene Oktober lehrt uns die Fähigkeit der Unterscheidung in Brauchbares und Unbrauchbares:
•    Wer oder was hat dich auf deinem Weg unterstützt, hat dich genährt und hat dir gut getan? Dies ist die Saat des neuen Jahres!
•    Wer oder was hat dich behindert, hat dich gebremst, hat dir Kraft geraubt und dich geschwächt?


Entscheide, was du wirklich brauchst, setze klare Grenzen und lasse alles andere beherzt los! Übernimm Verantwortung für deine Energie!

In früheren Zeiten waren Opfer selbstverständlich – etwas Loszulassen, herzugeben, um im wörtlichen Sinne unbeschwert zu sein! Wertvolles wurde den göttlichen Kräften zurückgegeben als Dank für deren Unterstützung.
Was bin ich bereit zu opfern, loszulassen, herzugeben als Zeichen des Dankes?

Alles, was wir loslassen, kann uns in verwandelter Form wieder zufließen im Kreislauf der Kräfte!

Samhain- Halloween (all hallows eve)- Allerheiligen:
Keltisches Neujahrsfest in der Nacht vom 31.10. zum 1.11.
Fest des dunklen Mondes genau zwischen Herbst-Tag-und Nachtgleiche und Wintersonnenwende.
Die Druiden legten zu dieser Zeit den Grundstock für ein neues Jahr, indem sie den "Samen für den Hain, der einmal ein Wald werden soll" setzten. Die Nacht zum ersten November symbolisierte den Übergang vom alten ins neue Jahr. Früher wurde dieses Fest wahrscheinlich in der November Neumondnacht gefeiert. Nur durch den Tod kann neues Leben entstehen – und so steht gerade das Fest Samhain für den ewigen Kreislauf des Lebens.
Es ist ein guter Zeitpunkt, um an die eigene Sterblichkeit zu denken, denn unsere Vorfahren wussten, dass in dieser Nacht die Schleier zwischen den Welten der Lebenden und der Toten besonders dünn sind. Gedenke an diesem Tag auch deinen Großmüttern und Großvätern, sie stehen für das Jahr, das nun auch alt und grau ist. Wenn sie noch leben, schick ihnen Karten, lade sie zum Essen ein. Versuche, dich mit Deiner Vergangenheit auszusöhnen.
Wir schöpfen unsere Kraft aus der Stille und aus der Besinnung der eigenen Wurzeln, indem wir unseren Ahnen gedenken, mit ihnen sprechen, sie um Rat fragen und auch ihren Segen und Schutz fürs kommende Jahr erbitten.

Begrüßung der dunklen Jahreshälfte:
Nimm dir bewusst an einem Abend Zeit und verabschiede die helle Jahreshälfte, die Zeit der Aktivität, des Lichtes und des Draußen-Seins und begrüße all die Dinge, die schön an der dunklen Jahreshälfte sind: Bücher lesen, sich drinnen gemütlich einkuscheln, Kerzenlicht, Tee trinken…
Für jede Begrüßung zündest Du ein Teelicht an, bis es ganz hell um dich ist und beendest dein kleines Ritual mit der Bitte um einen guten Winter.

Oktobervollmond am 24.10.:
Zentriere dich, und richte dich aktiv neu aus. Entrümple, reinige, ordne und bereite dich bewusst auf die kommende Jahreszeit vor.


September  - Zeit des Ausgleiches und des Dankes

Herbstmond, Obstmond, Scheiding

September leitet sich von septimus, dem siebten Monat nach römischer Rechnung ab.
8.9. Maria Geburt
22.9. (meist) Herbst-Tagundnachtgleiche
29.9. Michaelistag, früher ursprünglich

Die energetische Qualität des Septembers ist vom Gleichgewicht der Kräfte bestimmt. Wieder einmal stehen die Kräfte von Licht und Dunkelheit im Ausgleich, es ist die Zeit des Übergangs in die dunkle Jahreshälfte. Ausgleich ist das Grundprinzip des komplexen Systems der Natur. Es ist geprägt vom ständigen Kommen und Gehen, Werden und Vergehen, Geben und Nehmen. Der Ausgleich der Energien ist der Zustand der Balance und der Harmonie, das Gleichgewicht.
Die Balance der Energien ist wie ein Fluss, ständig fließt Wasser davon und in gleichem Maße fließt es wieder nach, der Fluss selbst ist im dynamischen Gleichgewicht.
Der September ist eine gute Zeit, um sich mit dem Gleichgewicht der Kräfte im eigenen Leben zu befassen.
-    Sind Geben und Nehmen gleich verteilt?
Ungleichgewicht zieht Krankheiten nach sich.
Das Prinzip des Ausgleichs hatte für unsere germanischen Vorfahren eine grundlegende Bedeutung. War ein Mensch, eine Familie ein Clan im Gleichgewicht, so war Wachstum und gutes Gedeihen aller Menschen, Tiere und Pflanzen möglich. Man befand sich im Zustand des „Heils“. Wurde gegen das Gleichgewicht in der Gemeinschaft oder in der Natur verstoßen, so folgte daraus „Un-Heil“.
Neben der Herbst-Tagundnachtgleiche war der 29. September ein wichtiger Tag, ursprünglich der Thing-Tag der Germanen. Passend zur Jahreszeit wurde Recht gesprochen und bestehende Konflikte wurden gelöst. Mit dem Opfer für die Götter bedankte man sich und bestärkte so die Verbindung zur Anderswelt. Ursprünglich wurde wegen der Opferfeste der September als heiliger Monat gefeiert. Karl der Große verlegte dann den heiligen Monat auf den Dezember, die Geburtsfeier Christi. Aber trotzdem galt auch in christlicher Zeit der 29.09. als magisch und wurde den drei Erzengeln Michael, Gabriel und Rafael geweiht.
Am Abend vor dem 29.9. wurden die ersten Kerzen angezündet, das Lichtarbeiten begann.
Dankbarkeitsritual
Richte Deine Aufmerksamkeit auf Dinge für die Du dankbar bist, notiere Dir an 21 hintereinander folgenden Tagen alles in Dein Tagebuch, wofür Du dankbar bist an dem jeweiligen Tag.
Die Pflanzenwelt im September:
Brennnesselsamen sind besonders reich an essentiellen Fettsäuren und wurden zur Steigerung der Vitalkräfte, als Aphrodisiakum und als Potenzmittel verzehrt. Sie werden im Spätsommer (Juli – September) gesammelt.
Powermüsli-Bananenkeks mit Brennnesselsamen (etwa 60 Stck)
3 sehr reife Bananen
1/3 Tasse Rapsöl
2 Tassen Getreideflocken
1 1/2 Tassen Trockenfrüchte zerkleinert
1 Msp. Salz
1 ½ Tasse gehackte Mandeln
1/3  Tasse Brennnesselsamen
Bananen mit Gabel zerdrücken und mit Öl zu einer glatten Masse rühren, restliche Zutaten nach und nach unterrühren. Mit zwei Teelöffeln Teighäufchen auf ein Backblech setzen und bei Umluft 175 Grad °C ca. 20 bis 25 Min. backen. Kühl aufbewahren, innerhalb von zwei Wochen aufessen.
Septembervollmond: Verbindet uns mit unserer geistigen Heimat. Engel verstärken die Intuition und die innere Führung.


August - Zeit der Ernte und der Verantwortung

August: Zeit der Ernte und der Verantwortung
Aranmanoth, Ernting, Sichelmond oder Erntemond, benannt ist der August nach Juno Augusta (Augurare: sehen, prophezeien). Für die Römer war der römische Kaiser Oktavian, der sich den Beinamen Augustus gab, ein Mensch, der zu Beginn seiner Amtszeit noch die große Muttergöttin verehrte.
Früher hatte der August nur 30 Tage, um mit dem Juli (Julius Cäsar) ebenbürtig zu sein, fügte Augustus seinem Monat einen Tag vom Februar hinzu.
Am 1. oder 2. August ist Lammas oder Lughnasadh (keltisch)
15. August ist Maria Himmelfahrt,
24.8. Bartholomäustag, die Störche fliegen nach Süden
Die energetische Qualität des August ist Reife und Vollendung.
Alle Kraft der Pflanze fließt nun in die Teile, die übrig bleiben werden, wenn sie selbst den Weg zurück zu ihrem Ursprung gegangen ist.
Geh an einem Augusttag hinaus und nimm die Fülle wahr, die dich umgibt. Es ist genug für alle da und noch viel mehr. Neben dem materiellen Reichtum gibt es noch mehr:
Freundschaft, Lächeln, Fröhlichkeit, Spaß und Liebe gehören ebenso zur Fülle wie Tränen, Zweifel und Ärger.

Süße wie bittere Früchte hängen alle an einem Baum.

Die Energie des August bestärkt uns darin, Bestehendes zur Reife zu bringen und uns mit dem zu befassen, was wir als Früchte in die Welt weitergeben wollen.
Es ist Zeit einen bewussten Schnitt zu setzen, wenn wir jetzt nicht ernten, verlieren wir alles.
-    Was ist es wert, zur Reife und zur Vollendung gebracht zu werden?
-    Was sollte beendet werden, weil es sich nicht lohnt oder gar schadet?
-    Was wir in die Welt hinausschicken kommt irgendwann zu uns zurück, nehmen wir also unsere Verantwortung für das, was ist, an.
Lammas  oder Lughnasad
Bei den Kelten hieß der August Lugdunum und ein wichtiges Fest wurde am 1. oder 2. August als Schnitterinnen-Fest von unseren AhnInnen als Fest des ersten Getreideschnittes und des daraus gebackenen Brotes gefeiert – irisch/keltisch „Lammas“ oder „Lughnasad“. Wir ehren die Kraft des üppigen Wachstums und danken der Mutter Erde für ihre Gaben.
Es ist das Fest der abnehmenden Mondsichel und steht im Jahreskreis Lichtmess gegenüber.
Frauen, die nicht mehr menstruierten wurden zu Lammas aus dem Kreis der fruchtbaren Frauen entlassen.
Das Schnitterinnenfest ist die Zeit der klaren Ausrichtung und Entscheidung, Veränderungen zuzulassen. Du wirst jetzt bestmöglich unterstützt wenn es Entscheidungen gibt, die Du schon lange hinausgeschoben hast. Schneide Hindernisse weg!
Es ist ein Fest, dass den Kreislauf des Lebens auf ganz besondere Weise symbolisiert, da die Ernte natürlich auch den Tod der Pflanzen bedeutet. Es ist ein ewiger Kreislauf von Säen, Wachsen, Blühen, Früchte tragen, Ernten und Absterben.
Im Germanischen war eine Göttin für das Getreide zuständig, die Sif, deren weizenblondes Haar in einer Geschichte abgeschnitten und von den Zwergen durch Haare aus purem Gold ersetzt wurde. Getreide, das Haar der Erdmutter war wertvoll wie Gold. Eine Garbe der Ernte wurde der Kornmutter als Zeichen der Dankbarkeit geweiht, manchmal verblieb diese Garbe auf dem Feld oder bekam im Haus einen besonderen Ort.
Frauendreißiger/ Kräuterkraft im August:
Um den 15. August (Maria Himmelfahrt, früher Fest der Göttin Artemis) entfalten viele Kräuter ihre besonderen magischen Kräfte. Maria als Nachfolgerin der großen Göttin steht nach der Christianisierung im Mittelpunkt zahlreicher Bräuche. Wer einen eigenen Heilstrauß pflücken möchte, verwendet 9 Kräuter aus folgendem Sortiment, die Mitte bildet nach Möglichkeit eine Königskerze:
Alant, Arnika, Baldrian, Beifuß, Eisenkraut, Frauenmantel, Goldrute, Holunderblätter, Huflattich, Immergrün, Johanniskraut, Kamille, Klee, Königskerze, Liebstöckel, Odermennig, Pfefferminze, Rainfarn, Raute, Schafgarbe, Thymian, Wacholder, Wegwarte, Wermut, Wiesenknopf.
Pflanzenverbündete finden:
Schließe Deine Augen, bitte Deine Pflanzenverbündeten, sich zu zeigen.
Fühle sie, rieche sie, schmecke sie, berühre sie, versuche, ihre Energie zu empfinden und in dich aufzunehmen.
Frage nach den Pflanzen, die dich in der nächsten Runde begleiten. Lass dir Zeit und nimm sie wahr. Schaue wie sie sich dir zeigen und wie du sie anwenden kannst, so dass sie wirksam sind.
Frage auch, was du für den Pflanzengeist tun kannst. Bedanke dich. Stelle dir ein Kräuterbüschel zusammen oder einen Medizinbeutel.
Die Pflanzen werden dir bis zum nächsten Sommer Begleiterinnen sein.
Schafgarbe: Die Schafgarbe ist eine freundliche Heilpflanze mit einer gewaltigen Kraft.

Auf sanfte Art und Weise fördert sie unsere Fähigkeit, mit dem Leben, so wie es ist zurecht zu kommen.
Sie hilft uns, das Leben zu meistern, denn sie besitzt eine große ordnende Kraft, wirkt zentrierend und lässt uns die eigene Mitte, den eigenen Standpunkt finden. Sie wirkt harmonisierend, wenn man sich in der verwirrenden Welt der verschiedensten Sichtweisen nicht mehr zurechtfindet. Vor allem aber hilft sie, die große Vielseitigkeit des Lebens auszuhalten.
Artemisia (Beifuß) : ist sowohl mit dem Stirnchakra verbunden, das uns die Fähigkeit verleiht klar zu sehen und uns Lebensprozesse bewusst zu machen, als auch mit dem Kehlkopfchakra, dem Energiezentrum des Selbstausdrucks und der Kommunikation. Artemisia ermöglicht uns aus unserer eigenen Quelle der Stärke und der Kraft zu schöpfen und uns so anzunehmen, wie wir sind.

Augustvollmond 26.08.: Bringt die Wende, Materielles wird in Geistiges gewandelt. Altes kann losgelassen und Neues empfangen werden.


Juli: Die eigene Macht  annehmen und das Leben aktiv gestalten

Wiesenbärenklau
Wiesenbärenklau

Heuet oder Heumonat, Honigmond- weil es der Monat nach der Hochzeit ist.
Der Juli ist nach Julius Cäsar benannt.
Im Juli können wir aus dem Vollen schöpfen. Die Früchte reifen, die Kräuter stehen in voller Blüte und das Korn will geerntet werden.
Die Sonne brennt heiß an den Hochsommertagen, die auch Hundstage genannt werden. Am 23 .Juli wird der Hundsstern Sirius am Maul des „Großen Hundes“ sichtbar, wo er am 23. August wieder entschwindet.
Ein wichtiger Lostag ist der 20. Juli, Tag der heiligen Margarete, einer der ältesten christlichen Heiligen. Sie tritt als „erste Schnitterin“ auf. In ihr vermischt sich der lebensspendende Aspekt mit der lebensnehmenden Kraft der Göttin. Am 20. Juli lässt Margarete „die Fliegen los“(Volksmund). Fliegen galten als Träger der Seelen der Verstorbenen, die sich in geflügelter Form zu den Orten ihrer nächsten Bestimmung aufmachten.
Im Juli fällt es uns leicht, uns für Neues zu öffnen und Bestehendes weiterzuführen.
-    Was möchte in diesem Jahr fortgeführt werden?

-   Worauf richtest Du Deine Kraft?
-    Auf welche Weise kannst Du Dich für Neues öffnen?

Es ist nicht nur unser Recht, sondern auch unsere Pflicht zu wachsen, stark und mächtig zu werden.

Die Welt ist auf unsere Ideen angewiesen.

Bring dein Potential ins Leben und beginne zu leuchten!
Nimm Dir Zeit zum Träumen und lass Deine Seele baumeln!
Genieße die Wärme der Sonne, nimm den Duft des Sommers tief in dich auf, speichere ihn in dir ab, damit er Dich im dunklen Winter wärmen kann!

Julivollmond am 27.07.: Er stärkt die sinnliche Seite in uns. Es ist in der Honigmondzeit wichtig, sich zu entspannen und die Süße des Lebens zu genießen.
Im Juli können wir die Verbundenheit mit der Natur besonders gut spüren:
Geh in die Natur und nimm Dir zehn Minuten Zeit, um ganz intensiv diese Verbindung zu spüren. Stell dich breitbeinig und locker in den Knien ins Gras. Konzentriere dich zunächst auf dich, wie bist du da und lass alle störenden Gedanken los. Nimm mit deinen Augen die Umgebung auf, die Pflanzen, die Tiere, die Oberfläche der Erde, die dich trägt. Jedes Wesen, das mit dir diesen Ort teilt, ist Individuum und doch zugleich Teil eines großen Gewebes, das alles verbindet und erhält. Sprich nun den folgenden Text, bis du die Verbindung gut spüren kannst:
Ich bin verbunden mit allem Sein.
Mit Schwester Mond und ihren Schatten,
mit Mutter Nacht, Vater Sonne und den Sternen,
Bruder Tag und Großmutter Erde.
Mit allen Tieren und allen Pflanzen
So bin ich ich
Und Teil des Ganzen.        (Arunga Heiden)
Erinnere dich im Alltag immer wieder daran, dass du dazu gehörst mit aller Verantwortung und aller Geborgenheit.

Kräuterkraft im Juli:
Beifuss: Artemisia vulgaris, das Kraut der Artemis
Machtwurz / Mutter aller Pflanzen (Antike), der allerhöchste Heilkraft zugesprochen wurde.
Er ist wärmespendend, wurde zur Förderung der Geburt und zur Förderung der Fruchtbarkeit eingesetzt. Alles Unterkühlte soll durch Beifuß erwärmt werden, nicht nur die Füße. Seine Bitterstoffe fördern nicht nur die Verdauung nach fettem Essen, sie regen die Magentätigkeit generell an und regulieren Ernährungsstörungen. In die Schränke gelegt, vertreibt Beifuß die Motten und fördert den Schlaf bei Kindern.


Der Juni: Zeit der Entfaltung und des inneren Wachsens

Blühender Baldrian
Blühender Baldrian

Grasmond- weil die Heuernte beginnt, Brachmond, Rosenmond oder Johannismond
Juni kommt von Juno, der römischen Göttin der Gestirne und der Hüterin aller sozialen Bindungen in Sippe, Ehe und Familie.Hier hat die Tradition, im Juni zu heiraten, ihren Ursprung.
Die energetische Qualität des Juni ist bestimmt durch Licht und Helligkeit.

Für das Wachstum bedrohlich ist die sogenannte Schafskälte, zwischen dem 10. und dem 14. Juni.
„Vor Johanni bitt um Regen, hernach kommt er ungelegen.“
Am 21. Juni feiern wir die Sommersonnenwende (Litha), der längste Tag und die kürzeste Nacht.

Am 24.06. ist Johannistag, der sich vom Geburtstag von Johannes dem Täufer ableitet, (auch Spargelsilvester, Holdertag) aber auch der Tag der Glücksgöttin Fortuna.

Bekannt als Lostag für das Wetter der nächsten 7 Wochen ist der 27.06., der Siebenschläfertag.
Raum für inneres Wachstum schaffen
Angeregt durch das Wachstum der Pflanzen und Bäume, erhalten wir Gelegenheit, uns mit unserem eigenen inneren Wachstum zu befassen. Auch wir sind Teil der sich ständig entwickelnden Welt, des Kreislaufes von Werden – Sein – Vergehen. Nichts bleibt gleich. Dennoch können wir ideale Bedingungen für unser inneres Wachstum schaffen, indem wir uns mit unseren Stärken und Schwächen annehmen und lieben lernen. Wachstum ist häufig erst dadurch möglich, dass wir Fehler machen und daraus lernen und uns trotzdem liebevoll annehmen!
Im Juni befinden wir uns an einem Wendepunkt. Es ist Zeit, in der Natur innezuhalten und sich neu auszurichten.
Der helle Juni fordert uns dazu auf, kritisch auf Lebensumstände zu schauen, die unserem Wachstum nicht mehr dienlich sind. Manchmal wagen wir es nicht, uns einzugestehen, dass uns Menschen oder Verhältnisse nicht gut tun. Wir fürchten uns, Vertrautes zu verlassen und stehen damit selbst im Weg.
Was ist bisher im Jahr geschehen?
Welche Zwischenbilanz des Jahres kannst Du ziehen? Wie weit bist Du mit der Umsetzung Deiner Vorhaben gekommen?
Fließt Deine Kraft in alles, was Dir wichtig ist?
Wo ist Fülle in Deinem Leben? Was verbindest Du mit dem Gefühl  'in Fülle' zu leben?


Sommersonnenwende – (Litha, nach der gleichnamigen Göttin benannt)
In den Tagen um den 21. Juni erreicht die Sonne ihren höchsten Stand. Zu Mittsommer, auf dem Zenit ihrer Feuerkraft wechselt die Sonne in das Wasserzeichen Krebs. Die Sommersonnenwende ist wie ein Innehalten inmitten der größtmöglichen Schönheit. Mit diesem Jahreskreisfest verändert sich das ungeduldige Drängen des Frühsommers in zufriedene Sattheit. Die Pflanzen wuchern nicht mehr, sondern verwandeln die Fülle der Energie in Früchte, Blüten und andere Genüsse.
Mit der Sommersonnenwende beginnt die Erntezeit.
Das sollte entsprechend gefeiert werden, um die Sonnenkraft zu ehren und damit Geben und Nehmen im Gleichgewicht sind.
Im Mittelpunkt der Mittsommerbräuche steht die Kraft des Feuers. Große Johannisfeuer oder brennende Räder gibt es noch heute in Deutschland oder in den nordischen Ländern.
•    Verbringe eine Nacht im Freien und genieße den Sonnenaufgang am längsten Tag des Jahres.
•    Entzünde mit Freunden ein Sonnenwendfeuer, es ist Zeit, die erste Hälfte des Jahres zu verlassen und Ungelöstes dem Feuer  zur Verwandlung zu übergeben.
•    Gib dir am herunter gebrannten Feuer ein Versprechen für die zweite Jahreshälfte, um zu wachsen und in Deiner Kraft zu bleiben
Ursprünglich war es der Tag an dem der germanische Lichtgott Baldur, der schönste und freundlichste der Asen von seinem dunklen Bruder Hönur, dem blinden Gott der Zeit getötet wird. Unter christlichem Einfluss wurde das Fest zum Johannisfest, am 24.6..
Kräuter:

Die Kräuter haben in der Zeit der Sommersonnenwende eine besondere Wirksamkeit, viele Heilkräuter stehen in voller Blüte. Einige heilige Pflanzen waren mit diesem Fest besonders verbunden, Pflanzen, in denen die Menschen besondere Kräfte sahen, Kräfte der Sonne und solche, die das Dunkle bannen konnten: Johanniskraut, Ringelblume, Baldrian, Eisenkraut, Frauenmantel, Beifuß, Rotklee. Sie wurden als Gürtelkräuter bezeichnet. Es war auch üblich, sich Gürtel aus diesen Kräutern zu flechten und sie zu Sonnenwendfesten zu tragen.
Der Junivollmond (28.06.) dient dazu Frieden, Liebe und Verständnis in seine Beziehungen zu bringen.


Der Mai - Zeit der Sinne und der Lebenslust

Blühende Traubenkirsche
Blühende Traubenkirsche

Wonnemond, Winnemond (Winnemanouth, Winne – germanisch -die Wiese) oder Blumenmond  - Die Bauern konnten ihr Vieh nun wieder auf die Wiesen bringen.
Der Name Mai ist germanisch und bedeutet „jung“, eine Maid ist ein junges Mädchen. Die energetische Qualität des Mai ist freudig und lebendig.
Die Eisheiligen sind die allerletzten Boten des Winters, der sich nun endgültig verabschiedet:
Mamertus 11.Mai / Pankratius 12.Mai/ Servatius 13.Mai/ Bonifatius 14.Mai/ Sophie 15.Mai
Im Mai spiegelt sich die Liebe des Göttlichen zu allem Leben, die Welt leuchtet in allen Farben. Wir können spüren, wieviel Schönheit die Entfaltung des Lebens mit sich bringt.

 

Der Maivollmond ist zutiefst inspirierend, er steht für die Liebe zwischen Mann und Frau und hilft uns, uns wieder für die Liebe zu öffnen.
Themen: Mit allen Sinnen wahrnehmen

Spazieren wir durch die Natur und sehen, riechen, hören, schmecken und spüren wir das sich wild entfaltende Leben!
Genieß Deine Mahlzeiten mit geschlossenen Augen!
Wie riecht eigentlich Dein Arbeitsplatz?
Sperren wir die Ohren auf für den, der uns wirklich etwas zu sagen hat.
Heben wir die Augen vom Smartphone und entdecken die Weite der Landschaft!
Tanzen und singen wir und genießen wir uns selbst als einzigartiges Wunderwerk, ohne uns darüber Gedanken zu machen, was andere von uns denken.

Lebenskraft  einladen:

  • Wo lebst Du Dein inneres Feuer und Deine Leidenschaft?
  • Wo lebst Du auf Sparflamme, ohne Leidenschaft und Freude?
  • Wo hast Du Dir selbst Zäune gebaut, über die Du Dich nicht hinaus wagst?
  • Wo bist Du Zaunreiter/in?
  • Wie weit bist Du mit der Umsetzung Deiner Pläne und Projekte und wo fehlt  noch mehr Tatkraft und Feuer, um später ernten zu können?

Sinnlichkeit und Lebenslust feiern
Der Mai ist die Zeit der Leidenschaft, der Lust und der Sexualität. Bei unseren Vorfahren, waren Lust und Begehren der irdische Ausdruck der Lebenskraft der Schöpfung. Sexualität verbindet uns mit dem Leben. Gönnen wir uns deshalb im Mai Zeit für unsere Lust, Lust an Bewegung, an der Freude, Lust daran, lebendig zu sein, Lust auf dieser Erde zu sein, Lust am Wachsen und Sein. Erlauben wir unserer wilden ungezügelten Leidenschaft, ihren Raum in unserem Leben einzunehmen. Unsere innere wilde Frau weiß um die Antriebskräfte, die wir brauchen, um unser Leben in die Hand zu nehmen.
In den Überlieferungen geht es um die Transformation der jungfräulichen weißen Göttin zur lustvollen, sinnlich erotischen roten Göttin der Liebe und der Leidenschaft.

Flora (römisch) alle Blumen und Blüten stehen unter ihrem Schutz, sie ist eine der ältesten Vegetations- und Erdgöttinnen, Mater floralis, die mütterliche Göttin der blühenden Natur. Sie ist von berauschender Schönheit, ihr zu Ehren wurden vom 28.4. – 3.5. in Rom ausgelassenen Frühlingsfeste gefeiert, die Floralien. Flora versprach Sommermonate voller Fruchtbarkeit, Fülle und Leichtigkeit.
Venus ( römisch) Göttin der Liebe, sie steht dafür, sich selbst annehmen und liebe zu können und erinnert uns daran, dass freie Liebe uns wachsen lässt und uns kreativ macht.
Aphrodite (griechisch), die Schaumgeborene, Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit, steht für die Frau, die sich nimmt, was sie will und die liebt, wen sie will.
Maipflanzen sind Boten der Lebensfreude, sie entschleunigen, tauschen  Alltagsstress gegen Freude und machen glücklich: Waldmeister, Rotklee, Weißdorn.


Der April - Zeit der Öffnung und des Schutzes

Knospenmonat, Keimmonat, Launing, Ostarmanoth
Der Name April kommt aus dem Lateinischen. „Aperire“ heißt öffnen und sein Name ist Programm! Der April öffnet die Knospen und Blüten aber auch die Herzen der Menschen. Das Versprechen des März, dass das Leben nach dem Winter wiederkommt, geht im April in Erfüllung. Die Bäume zeigen zartes Grün und die Kraft des Neuanfangs hat sich durchgestzt.
Aber es geht nicht ohne Gegenkräfte. Immer noch gibt es die Gefahr der Nachtfröste und Temperaturschwankungen gehören zum April.

Bald trüb und rau, bald licht und mild, April, des Menschen Ebenbild!
Die energetische Qualität des April ist Öffnung.
Trau dich und öffne dich!
Manchmal fällt es uns schwer, uns nach Enttäuschungen, Verletzungen, Schmerzen uns trotzdem wieder auf Neues einzulassen. Aber nur wenn wir uns öffnen, kann die Kraft des Lebens durch uns hindurchfließen und uns unterstützen, unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten zu entfalten.
Sich schützen
In unserer Welt der Polaritäten entfaltet jede Kraft auch ihre Gegenkraft. Wer sich öffnet, wird verletzlich. Aber Widerstände und Widrigkeiten gehören zum Wachstum –gerade am Anfang eines Weges. Gerade hat etwas Neues, eine Idee, ein Ziel erste Formen angenommen, da gibt es Widerstand und die Pläne funktionieren nicht. Die Natur kennt das. Auch hier erfriert manches, ehe es sich zu ganzer Größe entfalten kann. Die Strategie der Natur lautet: Öffnung auf Raten: Zuerst wagen sich all die Pflanzen vor, die Nachtfröste gut vertragen können, die anderen sprießen sehr vorsichtig und wachsen nur dann, wenn es warm ist.
Öffnung findet in einer Weise statt, die genau die eigenen Grenzen spürt. Sie berücksichtigt die äußeren Bedingungen, die das Tempo des Wachstums vorgeben, ohne sich vom Ziel abbringen zu lassen.
Schütze dich angemessen, wahre deine Grenzen, nimm Unterstützung an. Behalte dabei Dein Ziel stets vor Augen.

Alle Kräfte, die uns hindern, bremsen, uns vielleicht bedrohen, haben ihren Sinn und ihren Platz im Leben. Sie ermutigen uns, geduldig durchzuhalten und uns die Zeit zu nehmen, langsam stark zu werden.
Aprilvollmond: Saatmond, Mond der knospenden Bäume (30.04.)

Ostern, das Fest der germanischen Göttin Ostara wurde vor der Christianisierung zur Tagundnachtgleiche gefeiert. Ostara bringt uns das Licht aus dem Osten.

Nach dem langen Winter beginnt die Auferstehung in der Natur. Os-tara bestehend aus zwei Lautsilben, "Os" für Schoß-Erde-Geburt und "tar" für "zeugen" könnte mit "Erdzeugung" übersetzt werden. Mit ihren Schlüsseln, den Schlüsselblumen öffnet sie dem Frühling das Tor. Die Vögel singen wieder und die Eier sind Symbol für die Quelle allen Lebens und die Lebenskraft.
Zum Schutz der Feldfrüchte wird Ostara mit Feuerritualen in der Morgendämmerung gefeiert. Auch wir Menschen sind aufgefordert, unser inneres Feuer wieder zu entfachen.
In Osteuropa galt der Brauch, rot gefärbte auf die Gräber zu legen, als eine Art Auferstehungszauber.
Mit der Christianisierung wurde Ostern das höchste und ritualreichste Fest. Die 40 tägige Fastenzeit ist zu Ende. Der Ostersonntag ist immer der Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Verschenke Ostereier mit besonderen Segenswünschen, spring übers Osterfeuer!

Die Kraft der Ostara hilft uns bei der Verwirklichung unserer Ziele. Es ist also eine gute Zeit, sich von Altem endgültig zu lösen und etwas Neues anzufangen.

Walpurgisnacht/ Beltane die Nacht vom 30.4. zum 1.5.:
Fruchtbarkeitsfest, das der Verbindung von männlicher und weiblicher Lust gewidmet war. Heilige Hochzeit, das Symbol dafür war der Maibaum (Himmel und Erde). Die Göttin verlässt das Stadium der Jungfräulichkeit, um als sinnliche Frau in Fülle und mit Lust, Neues hervorzubringen. Sie vereinigt sich mit dem Sonnengott (Herr des Waldes).


März: Zeit des Aufbruchs und der Erneuerung

Frühlingsmond, Lenz (die Tage werden länger), Lenzing

 

Der Name März leitet sich von Martius, Mars, dem römischen Kriegsgott ab, denn er war in friedlichen Zeiten der Gott der Frühlingsvegetation, außerdem besiegt der Frühling den Winter. Gelb als Farbe überall in der Natur, erfreut die Sinne und die Seele und stimmt uns fröhlich.

 

Besondere Tage:

1.März meteorologischer Frühlingsbeginn                      

8.März internationaler Frauentag

 

21. März Frühlings-Tagundnachtgleiche

Die Sonne scheint jetzt jeden Tag 3 Minuten länger. Am 21.3. sind Tag und Nacht gleich lang, jeweils 12 Stunden. Von nun an wird das Licht die Dunkelheit verdrängen.

 

Anfang und Ende des Monats bringen aber häufig noch eine Kältewelle übers Land.

 

Als Brücke zwischen Winter und Frühling bringt der März einen Umschwung zu Neuem, das lange im Dunkeln gewartet hat, um sich herauszutrauen ins Unbekannte, Ungewisse, aber Notwendige.

 

Besonders spüren wir diese Energie zum Zeitpunkt der Tag-und Nachtgleiche.

 

Das Neue begrüßen – den ersten Schritt tun.

 

Wir werden nun aufgefordert, ernst zu machen mit unseren Plänen. Was wir uns wirklich wünschen, darf jetzt Gestalt annehmen. Welche Projekte, welche „Pflanzen“ sollen in diesem Jahr wachsen? Einjährige Veränderungen sind genauso willkommen wie langfristige Projekte.

 

Im März heißt es Mut zu sammeln und sich auf den Weg zu machen und jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Zuerst wird entschieden, welche der vielen Ideen umgesetzt werden und  was dazu notwendig ist.

 

Fragen, die Du Dir stellen kannst:

 

Kenne ich mein Ziel?

 

Welche Saat will ich in diesem Jahr zum Keimen bringen?

 

Was ist der erste Schritt?

Was kann ich konkret tun, um meinen Zielen, Ideen und Vorhaben näher zu kommen?

 

 

 

Die Dunkelheit verabschieden

 

Am 21.März endet das dunkle Halbjahr, das mit der Herbst-Tagundnachtgleiche begann. An diesem Tag fließen die Gegensätze harmonisch ineinander, wir können Abschied nehmen von der Zeit der Dunkelheit, indem wir liebevoll Rückschau halten, was sie uns in den vergangenen 6 Monaten gelehrt hat in Sachen Geduld, Ruhe und Innerlichkeit. Wir wenden uns der lichten Zeit zu, der Zeit des Handelns, des Kämpfens und Liebens, des Gestaltens und des äußeren Wachstums. Mit der neuen Wachstumsperiode begann für die Menschen, die mit der Natur lebten, die intensive Phase der Arbeit. Sowohl in christlicher als auch in vorchristlicher Zeit wurde der Segen für die Felder in „Flurumgängen“ erbeten. Ziel war es, Mutter Erde zu wecken und zu ehren.

 

Als Erda, Berta, Hertha, Erke oder Gerda wurde sie im deutschsprachigen Raum bezeichnet. Man stellte sich die Göttin der Erde im Frühling als junge Frau vor, die aus den Tiefen der Erde zu den Menschen kam und in strahlender Schönheit das Land durchquerte, um Fruchtbarkeit und Lebenslust für Pflanzen, Menschen und Tiere zu schenken. Da Fruchtbarkeit häufig mit Wasser in Verbindung gebracht wurde, sah man diese Göttin als verbunden mit Meer, Flüssen, Bächen oder Seen an.   

 

Ostara, auch Eostre und Aurora genannt ist die germanische Frühlingsgöttin, die Göttin des Wachstums, der Auferstehung, der Fruchtbarkeit und der im Osten aufgehenden Sonne (der Morgenröte). Sie bringt Leichtigkeit und Freude. Ihr Tier ist der Hase, ihre Symbole sind der Mond und das Ei.  Zum Schutz der Feldfrüchte wurde Ostara mit Feuerritualen in der Morgendämmerung gefeiert.

 

Der Märzvollmond weckt uns aus den Träumen und ruft uns zur Tat. Mit seiner Unterstützung können wir Dinge mit Kraft aufladen. In diesem Jahr haben wir 2x Vollmond im März. (2.3. und 31.3.!)

 

Bei den Frühjahrskräutern können wir zwei große Kategorien unterscheiden:

 

Solche , die den Körper von allem befreien, das sich in ihm im Winter angesammelt und angestaut hat. Es sind vorwiegend Kräuter, die auf die ausscheidenden Organe in uns wirken, wie Leber, Galle, Darm, Nieren und Haut. Sie ziehen überflüssiges Wasser aus den Geweben, durchspülen Gelenke, putzen Lymphbahnen, weiten Blutgefäße, bringen in Fluss und können so Angestautes lösen. Brennnessel, Bärlauch, Löwenzahn, Klettenlabkraut, Giersch, Vogelmiere, Gundermann, Wegerich.

 

Auf der anderen Seite hält der Frühling für uns Kräuter bereit, die unsere Seele wieder licht und freudig machen, die unseren Geist klären und reinigen und uns mit der Erde verbinden. Bei diesen Pflanzen nutzen wir nicht nur die Blätter, sondern auch die Blüten, die unsere Seele in höhere Schwingungen versetzen. Schlüsselblumen öffnen uns für das Neue, das im Frühling in unser Leben will und befreien uns von trübsinnigen Gedanken, (aber Achtung sie sind geschützte Pflanzen!) Waldmeister, Gänseblümchen, Taubnessel, Veilchen, Wiesenschaumkraut und Huflattich bringen uns in den Zustand der Freude und Leichtigkeit.

 

Februar - Zeit der Reinigung und der inneren Planung

Februar –  Zeit des Umschwunges, Auf der Schwelle stehen - Klärung und Heilung durch die Kraft des Feuers und der Luft.
Der Februar ist der Monat des wiederkehrenden Lichtes. Ende Februar ist der Tag 2,5 Stunden länger als zu Beginn des Jahres. Der Name Februar geht auf „februare“ zurück, das „reinigen“ bedeutet. Alte Namen waren Liebesmond, Hornung, Narrenmond oder Taumond. Römer feierten zu Ehren der Göttin Juno Februata ein Reinigungsfest, das oft in einer Orgie endete. Die griechische Göttin Hygieia, Göttin der Gesundheit und der Hygiene wurde am 26.2. geehrt.
Valentinstag 14.2.: Bischof von Terni, traute Verliebte, die nicht hätten heiraten dürfen. Ursprünglich war der Februar ein Weibermonat, Frauen, ihre Besonderheit und Fruchtbarkeit standen im Mittelpunkt des Lebens. 16 der 28 Tage haben weibliche Vornamen im Katholischen Kalender: Brigitte, Maria, Anna, Veronika, Agathe, Dorothea, Katharina, Juliana, Margarethe, Eulalia… 
1.2. /2.2./ Imbolc / Brigid /Maria Lichtmess
Imbolc in der Nacht vom 1.2. zum 2.2. markierte bei den Kelten den Frühlingsbeginn. Es ist das Fest der zunehmenden Mondsichel. Auch im Christlichen Glauben, wo dieses Fest zu Maria Lichtmess wurde, ist mit diesem Fest Weihnachten 40 Tage vorüber und damit beendet.

Früher endeten zu Lichtmess die Anstellungsverhältnisse und dadurch war es ein wichtiger Orakeltag. Imbolc bedeutet so viel wie „im Bauch“ – das Leben im Bauch der Mutter Erde beginnt sich zu regen. Es ist ein Fest, wo wir uns erinnern sollen an das noch ganz Ungebrochene, das durch und durch Lebendige, die wilde Energie des Frühlings, die es schafft, alles wieder zum Leben zu erwecken. Sich erinnern, wie es sich anfühlt, Kind oder Jugendlicher zu sein. Alleine Kinder anzuschauen, wie sie vor Lebendigkeit sprühen, lebendig bis zum Anschlag, ist Heilung. Oder Jugendliche, deren Erotik aufkeimt, wo das ganze Lebensgefühl noch durchdrungen ist von Verliebtheit. Das alles gehört zu diesem Fest und soll unsere Verkrustungen aufsprengen wie ein wilder Frühlingssturm.
Brigid, die Strahlende, mächtigste und beliebteste Göttin der Kelten steht für diese Zeit:
Sie lässt mit ihrer Feuerkraft den Schnee schmelzen und bringt Segen für das Jahr. Der Kessel der Verwandlung, der Inspiration, der Neues hervorbringt, ist ihr Symbol. Die Göttin kannte die Kraft aller heilenden Pflanzen und gab dieses Wissen ihren 19 Priesterinnen weiter.
Ein Leitspruch der Brigid: Steh zu dem, was Dir wichtig ist!
Ihre Botschaft:
Werde Dir zuerst über Deine Absichten klar. Wenn Du unklar bist, wird die Verwirrung Deine Kraft schwächen.
Persönliche innere Planung, eigene Visionen für das Jahr entwickeln:
Was ist mir wirklich wichtig? Was soll wachsen? Wohin will ich meine Kraft richten?

Was macht mir Freude? Was ist mein Ziel?

Dieser Prozess findet im Februar Unterstützung. Z.B. eine Collage zu den Zielen anfertigen, ein Bild oder eine Liste.
Da die Herrschaft dieser weißen Göttin Brigid bis in den Mai dauerte - ihr Höhepunkt ist ja erst zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche - fällt in diesen Zeitraum auch "Valentin" und "Fastnacht" oder Fasching. Die Göttin, die alle Gewässer in Bewegung versetzt, das Eis zum Schmelzen bringt, die Säfte in den Bäumen anregt und die Pflanzen wieder zum Sprießen bringt, die bewegt natürlich auch die Lebenssäfte im Menschen. Sie inspirierte nicht nur die Dichter und Sänger, sondern sie regte auch den hormonellen Rausch der Verliebten an. Von der Kirche noch nie gerne gesehen und als "unflätige Feste" sogar strengstens verboten. Deshalb wurde aus diesen spätwinterlichen ausgelassenen und natürlich immer erotisch-exzessiven Festen die "Fastenzeit". Doch die Wortnähe hat gar nichts miteinander zu tun. Fas-Nacht hat nichts mit Fasten zu tun, im Gegenteil!
Das Wort kam von dem Brauch des "FASELNS". Es ist ein mittelhochdeutsches Wort: "vaselen" fruchten, gedeihen.
Früher waren unzählige Formen der Reinigungszeremonie gebräuchlich, wie Feuerlauf, Fasten, Lärmen, Schweigen, Einkehr.

Die Natur unterstützt uns beim Hausputz, beim Entrümpeln und beim Fasten. Es gilt Altes loszulassen, zu Entrümpeln und auf diese Weise Platz für Neues zu schaffen.
•    Wie reinige ich meinen Körper, die Wohnung, meine Gedanken?
•    Worauf will ich (eine zeitlang) verzichten?
•    Welche neuen Rollen oder Perspektiven lasse ich zu?
•    Wie gebe ich dem neugierigen Kind in mir einen Platz?

Die Birke
mit ihrer weißen Rinde wurde sie im Norden Europas und bei den Kelten als heiliger Baum verehrt. Birkenblättertee kann Verunreinigungen und Wasseransammlungen aus dem Körper schwemmen. Auch Hautprobleme bessern sich. In einem Tee aus frischen Birkenblättern steckt Frühlingskraft!


Januar - Monat des Neuanfangs - Geduld haben

Wilde Möhre und Karde im Winter
Wilde Möhre und Karde im Winter

Der Januar – Den richtigen Zeitpunkt abwarten-
Hartung, Schnee- und Eismond, Wolfsmond, Thormonat
Ist der Januar hell und weiß, kommt der Frühling ohne Eis, wird der Sommer sicher heiß.
Benannt nach Janus (lat. Pforte, Schwelle), dem römischen Gott der Türen und Übergänge aller Art. Janus hatte zwei Gesichter, eines blickt nach hinten und innen auf das Alte, das andere sieht, was außen geschieht, im Neuen.
Der Januar ist eine Zeit zum Innehalten, wir werden auf die Qualität des neuen Jahres eingestimmt. Nimm Dir im Januar Zeit, um nach innen zu lauschen.
In der Natur erfolgt die Erneuerung im Inneren, in der Erde. Erst wenn die Erneuerung im Inneren stattgefunden hat, kann sie auch langsam nach außen treten und sich manifestieren.
Es gilt also den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, bevor man handelnd in sein Leben eingreift.
Dazu braucht es etwas Mut, denn wir verabschieden uns von der Vorstellung, alles im Griff zu haben, verbinden uns stattdessen mit dem ewigen Kreislauf von         Werden-Sein-Vergehen

Botschaft der Perchta, der alpenländischen Göttin der Rauhnächte
"Seit Urzeiten ist dies meine Jahreszeit – die Mitte des Winters. Und ich bin gekommen, um Dich daran zu erinnern, dass Du ein Kind der Natur bist. Dass auch Du in diesem Wechsel der Jahreszeiten lebst und von ihm lernst. Mache es jetzt wie die Sonne und ruhe Dich aus. Nur so kannst Du die Qualität dieser besonderen Tage in Dich aufnehmen. Nutze die Dunkelheit und ihre Geborgenheit. Gib allem, was Du fühlst und ahnst eine Bedeutung. Spüre die Kräfte in Dir und um dich herum. Alles sind Teile von mir, der großen Muttergöttin. Ich bin alles, ich bin schön und hässlich, gut und unerbittlich, schützend und gefährlich, hell und dunkel. Manchmal fackel´ ich nicht lange und beseitige im Handumdrehen, was nicht zu Dir passt, manchmal lade ich Dich ein, deine wilde Seite zu leben und manchmal schenke ich Dir Einsichten, die bald zu Gold werden. Zum Gold der Lebensliebe. Alles, was Du dazu brauchst, bist Du selbst. Öffne Dein Herz für das Wunderbare, für Dein Licht. Und sei bereit für eine neue Umdrehung des Jahresrades." (aus Ursula Stumpf: Pflanzengöttinnen und ihre Heilkräuter)

Nimm dir zu Beginn des Jahres etwas Zeit und segne das neue Jahr in dem du dir vorstellst, wie goldenes Licht über dein Scheitelchakra in Dein Herz und von dort in deine Hände fließt. Nun sieh vor deinem inneren Auge das neue Jahresrad mit den 12 Monaten und sende das goldene Licht in jeden Monat des neuen Jahres. Stell dir vor, dass du den Segen voraussendest. Achte dabei auf deine Empfindungen und deinen Energiefluss.
Fragen, die Du Dir stellen kannst, um den Themen des neuen Jahres zu begegnen:
Wie will ich leben im neuen Jahr?
Was ist mir das Wichtigste in meinem Leben?
Wofür setze ich meine Lebensenergie im neuen Jahr ein?
Gibt es ein Wort, das mich 2018 leiten oder inspirieren kann?

5./6. Januar     Die Dreikönigsnacht, Nacht der Wunder und des Segens
Ursprünglich wurde in früherer Zeit die Göttin in ihrer dreifaltigen Gestalt als Jungfrau, Frau und Greisin gefeiert. Weihnacht war ein Mutterfest und in den Rauhnächten wurde das neugeborene Lichtkind gesegnet und gehütet und kehrt in vielen europäischen und nahöstlichen Mythen wieder.
Die Percht und Frau Holle sind aus dieser Zeit nicht wegzudenken und um sie zu ehren, wurden Speisen auf das Dach oder in den Hof gestellt. Man glaubte an die 3 Schicksalsspinnerinnen, die Nornen (Urd, Verdandi und Skuld) die an den unterirdischen Quellen sitzen und den Lebensfaden der Menschen spinnen, bemessen und schneiden. Das Schicksal spinnt sich aus den vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Taten. Im Glauben der Menschen waren die Schicksalsfrauen auch bekannt als die Disen oder Idisen, denen regelmäßig Opfer gebracht wurden.
In den Rauhnächten war es möglich, Einblick in das eigene Lebensgeflecht zu nehmen.
Die Rauhnächte dienten zur Fruchtbarmachung und Strukturierung des neuen Jahres. Man vermutet, dass der Umzug der heiligen Drei Könige ursprünglich den drei Bethen, (die im Spätmittelalter in Teilen Deutschlands, der Schweiz und Österreichs verehrt wurden):
Wilbeth-Wiedergeburt, Ambeth- Fruchtbarkeit und Weisheit und Borbeth für Geborgenheit und Heilung auf der Erde gewidmet war.
C+M+B könnte auch die drei heiligen Frauen Catharina, Margarethe und Barbara meinen.
Man erhielt den Segen für den weiteren Lebensweg von Mutter Erde.

Januarvollmond, 2.01.: Er steht für die Innenschau. Lasse alles, was Schatten auf Dein Leben wirft, vorbeiziehen, damit Licht und Segen auf das neue Jahr fallen können.